Die Gold-Silber-Ratio liegt derzeit bei etwa 1:83 — eine Unze Gold kostet so viel wie 83 Unzen Silber. Historisch bewegte sie sich meist zwischen 40 und 90. Hohe Werte gelten manchen als Hinweis auf relativ günstiges Silber; ein verlässliches Kaufsignal ist die Kennzahl nicht.
Die Rechnung ist einfach: Goldpreis pro Feinunze geteilt durch Silberpreis pro Feinunze. Beide müssen in derselben Währung notiert sein.
Weil sich beide Preise in derselben Einheit bewegen, ist die Ratio währungsneutral. Sie ändert sich nur, wenn sich das Verhältnis der Metalle zueinander verschiebt — nicht, wenn Euro oder Dollar auf- oder abwerten.
Über die letzten Jahrzehnte lag die Ratio meist zwischen 40 und 90. In Phasen starker Silbernachfrage fiel sie in den 30er-Bereich, in Krisen mit Flucht in Gold stieg sie über 100. Ein natürlicher Gleichgewichtswert existiert nicht: Die historisch oft zitierte Relation von 1:15 stammt aus Zeiten, in denen beide Metalle Währungsmetalle mit festen Wechselkursen waren. Diese Grundlage ist seit über einem Jahrhundert weg.
Etwa die Hälfte der Silbernachfrage kommt aus der Industrie — Photovoltaik, Elektronik, Medizintechnik. Diese Nachfrage hängt an der Konjunktur. Gold wird dagegen überwiegend als Wertspeicher und für Schmuck gekauft, was stabiler ist.
Dazu ist der Silbermarkt deutlich kleiner. Gleiche absolute Geldbeträge bewegen den Preis stärker. Wer Silber kauft, sollte deshalb mit größeren Ausschlägen in beide Richtungen rechnen als bei Gold.
Die Kennzahl vergleicht Metallpreise, nicht Kaufpreise. In Deutschland kommen bei Silber 19 Prozent Umsatzsteuer hinzu, bei Anlagegold nichts. Dadurch verschiebt sich das Verhältnis der tatsächlichen Endpreise merklich zu Ungunsten von Silber.
Rechnen Sie deshalb mit Endpreisen, wenn Sie eine Kaufentscheidung treffen: Die Metall-Ratio kann attraktiv aussehen, während der reale Umschlagsaufwand bei Silber durch Steuer und höheres Aufgeld deutlich größer ist.
Wer die Ratio als Umschichtungsregel nutzen will, sollte die Steuer und das Aufgeld beider Seiten in die Rechnung nehmen — sonst zehrt der Umschlag den vermeintlichen Vorteil auf.
Sie liegt bei rund 1:83 — eine Feinunze Gold kostet etwa so viel wie 83 Feinunzen Silber. Der Wert ändert sich täglich mit beiden Kursen.
Goldpreis pro Feinunze geteilt durch Silberpreis pro Feinunze, beide in derselben Währung. Bei 2.312,45 Euro und 27,83 Euro ergibt das 83,1.
Nicht zwingend. Eine hohe Ratio zeigt, dass Silber relativ zu Gold günstig bewertet ist, sagt aber nichts über die künftige Entwicklung. Ein natürlicher Gleichgewichtswert existiert seit dem Ende der Währungsbindung nicht mehr.
Weil etwa die Hälfte der Silbernachfrage aus der Industrie kommt und damit an der Konjunktur hängt. Zusätzlich ist der Silbermarkt kleiner, weshalb gleiche Geldbeträge den Preis stärker bewegen.
Kurse zum Stand Juli 2026. Historische Bandbreiten sind keine Aussage über künftige Entwicklungen. Keine Anlageberatung.