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Kaufentscheidung

Aufgeld beim Goldkauf verstehen und vergleichen

Das Aufgeld ist die Differenz zwischen Spotpreis und Kaufpreis. Es deckt Prägung, Logistik, Versicherung und Händlermarge und liegt bei Gold zwischen etwa zwei Prozent für Kilobarren und fünf Prozent für Gramm-Einheiten. Es ist der einzige Posten, in dem sich Anbieter wirklich unterscheiden — und deshalb die Zahl, die Sie vergleichen sollten.

Stand: Juli 2026 5 Min. Lesezeit Redaktion MetalReserve

Kurz gefasst

Aufgeld = Kaufpreis minus Spotpreis, ausgedrückt in Prozent.
Es sinkt mit der Einheitengröße: 5 % bei 1 g, rund 2 % bei 1 kg.
Vergleichen Sie immer den Endpreis inklusive Versand, nicht nur den Prozentwert.
Beim Verkauf zahlt der Händler den Spotpreis minus einer Spanne — beides zusammen ist Ihr Umschlagskosten.

Woraus das Aufgeld besteht

Der Spotpreis ist der Börsenpreis für unverarbeitetes Feingold. Bis daraus ein Barren mit Seriennummer in Ihrem Briefkasten wird, entstehen reale Kosten — und die stecken im Aufgeld.

  • Prägung und Verarbeitung: Die Scheideanstalt walzt, prägt, prüft und verpackt. Dieser Anteil ist pro Stück nahezu konstant, weshalb er bei kleinen Einheiten prozentual stärker durchschlägt.
  • Zertifizierung: Assay-Karte, Seriennummer und Dokumentation kosten Geld und machen die Ware später leichter prüfbar.
  • Logistik und Versicherung: Transport von der Raffinerie zum Händler und weiter zu Ihnen, jeweils versichert.
  • Händlermarge: Warenvorhaltung, Absicherung des Preisrisikos und der eigentliche Verdienst.

Wie hoch es je Größe ausfällt

Einheit
Spotwert
Aufgeld ca.
Endpreis ca.
1 g Goldbarren
74 €
5 %
78 €
10 g Goldbarren
744 €
4 %
773 €
1 oz Goldbarren
2.312 €
3 %
2.382 €
100 g Goldbarren
7.435 €
2,5 %
7.621 €
1 kg Goldbarren
74.350 €
2 %
75.837 €

Die Spanne zwischen 1 Gramm und 1 Kilogramm beträgt drei Prozentpunkte. Auf 10.000 Euro Anlagesumme sind das 300 Euro — bei identischem Metallgehalt.

Wie man Anbieter fair vergleicht

Prozentangaben allein taugen nicht, weil sie sich auf unterschiedliche Referenzkurse beziehen können. Vergleichen Sie stattdessen den Endbetrag für ein identisches Produkt zum gleichen Zeitpunkt — und rechnen Sie alles ein, was hinzukommt.

  • Versandkosten und Versicherung: Ein niedriger Produktpreis plus 25 Euro Versand kann teurer sein als ein höherer Preis mit Gratisversand.
  • Zahlungsgebühren: Manche Anbieter schlagen bei Karte oder PayPal auf. Bei Kryptozahlungen sollte kein Zuschlag anfallen.
  • Referenzkurs: Seriöse Händler zeigen den zugrunde gelegten Spotpreis offen. Wer ihn verschweigt, macht den Vergleich unmöglich.
  • Lieferzeit und Verfügbarkeit: „Auf Anfrage" zu einem Lockpreis ist kein Angebot.

Bei uns steht auf jeder Produktseite der Spotpreis und das Aufgeld getrennt. So können Sie nachrechnen, statt uns glauben zu müssen.

Die Rückseite: die Ankaufsspanne

Beim Verkauf zahlt ein Händler nicht den Spotpreis, sondern etwas darunter — typischerweise ein bis drei Prozent. Ihre tatsächlichen Umschlagskosten sind also Aufgeld beim Kauf plus Spanne beim Verkauf.

Ein Rechenbeispiel: Sie kaufen eine Unze mit drei Prozent Aufgeld und verkaufen später mit zwei Prozent Abschlag. Der Goldpreis muss um rund fünf Prozent gestiegen sein, damit Sie bei null herauskommen. Wer in kleinen Einheiten kauft, braucht entsprechend mehr.

Häufige Fragen

Was ist das Aufgeld beim Goldkauf?

Das Aufgeld, auch Agio, ist der Aufschlag auf den Spotpreis. Es deckt Prägung, Zertifizierung, Logistik, Versicherung und Händlermarge und liegt bei Gold zwischen etwa zwei Prozent für Kilobarren und fünf Prozent für Gramm-Einheiten.

Warum ist das Aufgeld bei kleinen Barren höher?

Weil Prägung, Verpackung und Dokumentation pro Stück nahezu gleich viel kosten, egal ob ein Gramm oder ein Kilo darin steckt. Bei kleinen Einheiten verteilt sich dieser Festkostenblock auf weniger Metall.

Wie vergleiche ich Anbieter richtig?

Über den Endbetrag für ein identisches Produkt zum gleichen Zeitpunkt, inklusive Versand, Versicherung und etwaiger Zahlungsgebühren. Prozentangaben allein sind irreführend, wenn der Referenzkurs nicht offengelegt wird.

Bekomme ich das Aufgeld beim Verkauf zurück?

Nein. Beim Verkauf zahlt der Händler den Spotpreis minus einer Spanne von typischerweise ein bis drei Prozent. Aufgeld und Ankaufsspanne zusammen bilden Ihre Umschlagskosten.

Alle Werte sind typische Größenordnungen zum Stand Juli 2026 und schwanken mit Marktlage und Verfügbarkeit. Keine Anlageberatung.

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