Die verlässlichsten Prüfungen sind Dichte, Ultraschall und Röntgenfluoreszenz — alles davor ist Vorauswahl. Moderne Fälschungen mit Wolframkern bestehen Gewicht und Maße, scheitern aber an der Schallgeschwindigkeit im Material. Wer bei akkreditierten Händlern kauft, verlagert diese Prüfung nach vorne.
Die klassische Fälschung war ein vergoldeter Messingbarren — leicht zu erkennen, weil er zu leicht oder zu groß ist. Das Problem sind die neuen: Wolfram hat mit 19,25 g/cm³ eine Dichte, die Gold mit 19,32 g/cm³ täuschend nahekommt. Ein Barren mit Wolframkern und Goldmantel hat korrektes Gewicht, korrekte Maße und besteht auch den Magnettest.
Deshalb ist die Reihenfolge wichtig: Maße und Gewicht sortieren die groben Fälschungen aus. Wer Sicherheit will, braucht danach ein Verfahren, das ins Innere schaut.
Sie funktioniert nach Archimedes: Wiegen Sie den Barren trocken, dann eingetaucht in Wasser. Aus der Differenz ergibt sich das Volumen, aus Masse geteilt durch Volumen die Dichte. Bei Feingold muss das Ergebnis nahe 19,32 g/cm³ liegen.
Der Test ist mit einer Feinwaage und einem Glas Wasser durchführbar und schließt praktisch alle Materialien außer Wolfram und Platin aus. Bei einem Wolframkern liegt die Abweichung im Bereich weniger Zehntel — messbar nur mit sehr genauer Waage und sorgfältiger Durchführung.
Bei Münzen ist die Dichtemessung ungenauer, weil Prägung und Randstruktur das Volumen verfälschen. Hier sind Maße und Klangprobe zusammen aussagekräftiger.
Ein Prüfkopf sendet einen Schallimpuls durch das Material und misst die Laufzeit. In Gold breitet sich Schall mit rund 3.240 m/s aus, in Wolfram mit etwa 5.180 m/s. Ein Kern aus Fremdmaterial fällt sofort auf, unabhängig davon, wie gut er ummantelt ist. Das ist die zuverlässigste zerstörungsfreie Methode für Barren.
Das Gerät regt die Oberfläche an und liest aus der Rückstrahlung die Elementzusammensetzung. Es liefert exakte Feingehaltswerte — aber nur für die obersten Mikrometer. Ein dick vergoldeter Wolframbarren kann eine RFA-Prüfung bestehen. Erst die Kombination aus RFA und Ultraschall ist praktisch fälschungssicher.
Alle genannten Verfahren kosten Zeit, Geräte und Übung. Der pragmatische Weg ist, die Prüfung dorthin zu verlagern, wo sie ohnehin stattfindet: an den Wareneingang eines Händlers, der ausschließlich von LBMA-akkreditierten Scheideanstalten bezieht.
Achten Sie beim Kauf auf drei Dinge: eine Prägung mit Feingehaltsangabe und Herstellerzeichen, eine Seriennummer, und bei Einheiten ab 100 Gramm eine versiegelte Assay-Karte. Kaufen Sie niemals lose Barren ohne Dokumentation von Privatpersonen — dort liegt praktisch das gesamte Fälschungsrisiko.
Prüfen Sie zuerst Maße und Gewicht, dann die Dichte: Feingold liegt bei 19,32 g/cm³. Sicherheit gegen Fälschungen mit Wolframkern gibt nur eine Ultraschallprüfung, die die Schalllaufzeit im Material misst. Röntgenfluoreszenz bestimmt den Feingehalt, allerdings nur oberflächlich.
Nein. Reines Gold ist nicht ferromagnetisch. Ein Barren, der an einem Neodym-Magneten haftet, enthält Eisen oder Nickel und ist keine Feingoldware. Umgekehrt beweist ein negativer Magnettest nichts, weil Wolfram ebenfalls nicht magnetisch ist.
Eine versiegelte Verpackung mit Echtheitszertifikat, in der der Barren mit Seriennummer, Feingehalt und Prüfzeichen der Scheideanstalt eingeschweißt ist. Sie erleichtert den Wiederverkauf erheblich und sollte nicht geöffnet werden.
Bei einem Händler, der ausschließlich von LBMA-akkreditierten Scheideanstalten und staatlichen Prägestätten bezieht, ist das Fälschungsrisiko praktisch ausgeschlossen. Das Risiko liegt beim Ankauf loser Ware ohne Dokumentation von Privatpersonen.
Physikalische Kennwerte nach Standardliteratur. Die beschriebenen Verfahren ersetzen keine professionelle Materialprüfung. Bei Verdacht wenden Sie sich an eine Scheideanstalt oder einen Sachverständigen.